Das Königreich Preußen

1794 besetzten die Franzosen das linke Rheinufer und Eschweiler geriet unter französische Hoheitsmacht. 1815 wurde die Rheinprovinz und damit die Stadt Eschweiler im Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugesprochen.

Dank des Bergbaus konnte sich die Stadt wirtschaftlich entwickeln. 1834 entstand die erste preußische Aktiengesellschaft, der Eschweiler Bergwerks-Verein (EBV). 1841 wurde die Stadt Teil des rasch größer werdenden Eisenbahnnetzes.

Um 1850 begann in Eschweiler die Industrialisierung, welche durch den Bergbau und durch das weit verzweigte Eisenbahnnetz begünstigt wurde. Durch den Zustrom an Arbeitern sollte sich die Einwohnerzahl Eschweilers zwischen 1820 und 1920 mehr als versechsfachen. In dieser Zeit wurden zahlreiche Stahl- und Walzwerke, wie Orbon, Thyssen und Neuman gegründet.

1858 erhielt Eschweiler schließlich von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen das Stadtrecht verliehen. Zu dieser Zeit wurden in der Stadt zahlreiche Bauwerke gebaut, wie die evangelische Dreieinigkeitskirche, eine Synagoge, die Eschweiler Bank, eine Bade- und Waschanstalt, ein Waisenhaus und mehrere Schulen. 1860 lebten gut 13.000 Einwohner in der Stadt.

20. Jahrhundert

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Eschweiler von 1918 bis 1929 von belgischen und französischen Truppen besetzt. In dieser Zeit gab die Stadt aufgrund der grassierenden Hyperinflation ein eigenes Notgeld aus. Wie viele andere Städte in Deutschland litt Eschweiler unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen und die Armut der Einwohner.

Mit der Machtergreifung Hitlers in Deutschland 1933 kam es auch in Eschweiler zu politischen Säuberungsaktionen. Besonders gegen die im Stadtrat vertretenen Kommunisten wurde hart vorgegangen. Am 1. April 1933 wurde die jüdische Schule in Eschweiler zwangsgeschlossen. In der Nacht zum 10. November 1938 wurde die Synagoge in der Moltkestraße in Brand gesetzt und die Weisweiler Synagoge verwüstet. Anlässlich dieser Ereignisse wurde am 9. November 1988 ein Gedenkstein in der Moltkestraße aufgestellt.

Mit September 1944 wurde Eschweiler Teil der Kriegsfront und die Bevölkerung wurde zwangsevakuiert. In den Kämpfen wurde Eschweiler zu über 60 Prozent zerstört. Am 22. November 1944 wurde die Stadt offiziell von amerikanischen Truppen besetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Eschweiler Teil der britischen Besatzungszone.

Die nächsten Jahrzehnte waren von einem Aufbau und Umbau der Stadt geprägt. So wurde in den 60er und 70er Jahren ein Großteil der Eschweiler Altstadt abgerissen, um Platz für die Indestraße zu machen. Zudem wurde die Eschweiler Burg abgerissen und das St.-Antonius-Hospital neu errichtet.

Heute leben knapp 56.000 Einwohner in Eschweiler. Die Stadt gilt als Wiege des rheinischen Bergbaus und als Stadt der Burgen, und seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch als Einkaufsstadt.